von Christoph Chrom

Vor vier Tagen habe ich tatsächlich mein Referendariat begonnen. Nichts ist fiktiv. Alle meine Gedanken und Gefühle habe ich tatsächlich. Weil heute meine Gedanken eine gewisse Dichte erreicht haben, beginne ich mit einem emotionalen Wochenrückblick auf die erste Woche. Anders als emotional geht es nicht, denn ich erlebe das Alles gerade sehr intensiv. Gerne lade ich alle interessierten ein, mich zu begleiten. Wer auch etwas veröffentlichen möchte, kann mich nach Vorlage des Textes um einen Zugang bitten.

Ich führe hier eine Auseinandersetzung um meinen Alltag und freue mich, wenn andere diese teilen. Ich bin überzeugt davon, dass niemand das Recht hat, mich in meinem Alltag zu instrumentalisieren oder mich dazu zu zwingen, andere zu etwas zu zwingen, wenn es sich nicht gerade um absolut gefährliche Situationen handelt. Ich glaube, ich möchte nicht Teil einer Befehlskette sein. Vielmehr glaube ich an die vereinte, authentische Kraft der Vielen, die sich auf gleicher Ebene zusammengeschlossen haben, eine aufmerksame Kommunikation aufgebaut haben und miteinander Handeln. Ich habe diese Kraft oft gespürt. Im der Sitzblockade vor dem Atommülltransport. Im Knast in Kopenhagen nach dem Klimagipfel. Als wir den G8 Gipfel in Heiligendamm blockierten. Oder bei meiner ersten Spontandemo mit tausend Menschen. Diese Kraft existiert aber auch in meinem Seminar, und das richtet mich auf und beruhigt mich. Diesen Blog schreibe ich, um den politischen Gehalt und die zerstörerische Kraft meines Alltags in der Behörde jederzeit warnend vor Augen zu behalten und um zu verhindern, dass ich von der Institution inkorporiert werde. Aber auch um die Momente der kollektiven Selbstorganisation, subversive Praktiken und solidarische Begegnungen zu würdigen.